Erinnerungen und Re-Analyse. Industrielle Arbeit und soziale Kämpfe auf den Werften und in der Automobilindustrie seit den 1970er Jahren

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Workshop. Do., 24. September 2015, 11–18 Uhr, Göttingen.

Veranstalter: Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (Re_SozIT) & Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin, IMPRS Moral Economies of Modern Societies

English version here in the PDF.
Die zeitgeschichtliche wie sozialwissenschaftliche Forschung hat sich in den vergangenen Jahren dem Strukturbruch in der Arbeitswelt zugewendet. Die Herausbildung neuer Arbeitsformen und -inhalte, der Bedeutungsverlust des sogenannten Normalarbeitsverhältnisses sowie die Entgrenzung und Informalisierung von Arbeitsverhältnissen lassen dies dringlich erscheinen. Wichtig für die Debatte um die Herausbildung neuer Konturen der Arbeitswelt ist dabei nicht zuletzt die Analyse betrieblicher sozialer Konflikte um Löhne und Arbeitsstandards sowie um Rationalisierungs- und Auslagerungsprozesse. In unserem Workshop werden wir insgesamt sechs Forschungsprojekte vorstellen, die Perspektiven auf Entwicklungen in der Schiffsbau- und Automobilindustrie zwischen Ende der 1960er Jahre und Anfang der 2000er Jahre werfen, wobei unterschiedliche Dimensionen sozialer Konflikte und ihrer Kontexte (gesundheitliche Belastungen am Arbeitsplatz, gewerkschaftliche Organisierung, Einführung von Gruppenarbeit, Leiharbeit und Migrationsverhältnisse) diskutiert werden. In der Diskussion werden dabei auch methodische und materiale Zugänge thematisiert: Die Forschungen beruhen neben den üblichen historischen Quellenanalysen auf empirischen Oral-History-Studien sowie der sekundäranalytischen Bearbeitung sozial-wissenschaftlicher Primärdaten, und sie beziehen insofern unterschiedliche disziplinäre wie theoretische Grundlagen ein.
Programm
11.00–11.45: Wolfgang Hien, Bremen: Lebensgeschichtliche Interviews mit Beschäftigten der Vulkan-Werft Bremen. Erfahrungen aus einem Projekt (Eröffnungsvortrag, angefragt)
11.45–12.30: Sarah Graber Majchrzak, Potsdam: Die Danziger Werft. Produktionsregime und Arbeitskonflikte in der Volksrepublik Polen in den 1970er und 1980er Jahren
13.30–14.15: Johanna Wolf, Leipzig, Bremer Vulkan: Eine Fallstudie zur westdeutschen Schiffbauindustrie und ihren Narrativen in der zweiten Hälfte der 20. Jahrhunderts
14.15–15.00: Felix Bluhm, Göttingen: Streiken und „Luft schreiben“: Formen kollektiver Interessenwahrnehmung auf einer westdeutschen Werft in den 1970er Jahren
15.00–15.45: Marie Schubenz, Berlin: Umkämpfte Solidarität: Moralische Ökonomien in der Gewerkschaftsbewegung der 1970/80er-Jahre. Das Beispiel Opel Bochum
15.45–16.30: Peter Birke, Göttingen: Umwege ins Paradies. Alltagskonflikte und Interessenpolitik in der bundesdeutschen Autoindustrie, 1993 und 2001
17.00–18.00: Abschlussdiskussion
Ort Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen, Friedländer Weg 31, D 37085 Göttingen.
Anmeldungen bitte unter: Erika.Beller(ät)@sofi.uni-goettingen.de

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