First Conference of the European Labour History Network – Turin

21. Dezember 2015 by

Video von der Eröffnung der First Conference of the European Labour History Network in Turin (14.12. 2015) – auf dem Podium Marcel van der Linden und Geoff Eley und zwei weitere weiße Männer über 50 …. #50prozent

„Konformistische Rebellion“ – neues Heft von „Freie Assoziation“ erschienen

16. Dezember 2015 by

PSY FA-2-15 150411 COV.inddSoeben ist die zweite Ausgabe der Zeitschrift Freie Assoziation unter der neuen HerausgeberInnenschaft der Gesellschaft für psychoanalytische Sozialpsychologie (GfpS) erschienen.

Das Heft 2/2015 beschäftigt sich unter dem Titel Konformistische Rebellion mit allerlei reaktionären Bewegungen, von den Montagsmahnwachen über Pegida und FPÖ bis zum Islamischen Staat (Inhaltsverzeichnis und Leseprobe als PDF-Datei).

Zu den Hauptbeiträgen des Heftes: Der österreichische Rechtsextremismusexperte Heribert Schiedel untersucht in seinem Beitrag ›Abendland in Christenhand!‹ Autoritäre und rassistische Mobilisierungen in der Post-Demokratie am Beispiel von PEGIDA und der FPÖ, wie sich soziale Ängste in rassistischen Hass verwandeln, die Legitimitätskrise der repräsentativen Demokratie in der Forderung nach einer „identitären Demokratie“ mündet und welche unterschiedlichen Rollen dabei dem antimuslimischen Rassismus und dem Antisemitismus zukommen.
Der psychoanalytische Sozialpsychologe Tom Uhlig analysiert in seinem Text Wahnmachen. Eine Adoleszenzkrise des völkischen Protests das verschwörungstheoretische Denken, wie es sich auf den „Montagsmahnwachen für den Frieden“ manifestierte. In der wahnhaften Konstruktion einer „sinistren Fremdgruppe“, der alles Böse zugeschrieben wird, zeige sich eine regressive Kapitalismuskritik, der es darum gehe, das (völkische) Kollektive projektiv zu reinigen. Den Rest des Beitrags lesen »

#mustread: Aktivist_innen erzählen vom Älterwerden und Weiterkämpfen

29. November 2015 by

IMG_0311In „dabei geblieben“ erzählen „Aktivist_innen vom Älterwerden und Weiterkämpfen“. Mit den von Rehzi Malzahn geführten 26 Interviews und Selbstzeugnissen politischer Menschen können wir Entdeckungsreisen zu den Untiefen und auf die Berggipfel autobiographischer Rückblicke machen, und uns selbst fragen: Werde ich dabeibleiben? Und wenn ja … warum? Warum vielleicht nicht? Oder: jetzt erst recht!?

Das Mantra von der Klage über die Autonomen als Jugendbewegung und über ihre Resistenz gegenüber Neuerungen, über ihren moralischen Rigorismus und ihre unpolitische, subkulturelle Nischenstrategie ist schon mindestens 30 Jahre alt. Bereits 1986 schreiben die sprachmächtigen Mitglieder der autonomen l.u.p.u.s-Gruppe in kritischer Absicht über „die Autonomen“, diese hätten wenig Zukunft: würden in ihren Reihen doch „die Jungen […] mehr oder weniger die Fehler der Alten [wiederholen]“, „während sich die Alten Zug um Zug zurückziehen, weil sie in der Wiederholung der eigenen Fehler keine Perspektive entdecken können“ 1. Die heute Mitte 30-jährige Rehzi Malzahn hat nun für ihr Buch Linksradikale interviewt, die nicht weggegangen, sondern „dabei geblieben“ (so der Haupttitel) und bis heute militant unterwegs sind. Der jüngste ihrer Interviewpartner*innen ist heute 44 Jahre alt. Nur eine nochmals ‚jüngere‘ Stimme findet sich in dem Band: denn mit der Dokumentation zweier für die Veröffentlichung bearbeiteter Texte, die ein Genosse 2007 – mit 30 Jahren – bzw. 2014, also nunmehr sieben Jahre später als noch nicht knapp Vierzigjähriger in Briefform geschrieben hat, ist der Interviewband um eine noch einmal ‚jüngere‘ Perspektive reicher 2.

Insgesamt hat Rehzi Malzahn 25 Interviews geführt, vier weitere wurden nicht zur Publikation freigegeben. Von den Interviewten sind ein Drittel weiblich, schwul oder queer, die restlichen ungefähr zwei Drittel sind männlich sozialisiert. Alle Interviewpartner*innen kommen aus Großstädten oder leben dort, die meisten sind zwischen 50 und 60 Jahren alt, der älteste ist heute 72 Jahre alt. Den Rest des Beitrags lesen »

Expertise „Lesbische Existenz 1945-1969. Aspekte der Erforschung gesellschaftlicher Ausgrenzung und Diskriminierung lesbischer Frauen…“

13. November 2015 by

cover_lesbische_existenzEndlich ist die Expertise „Lesbische Existenz 1945-1969. Aspekte der Erforschung gesellschaftlicher Ausgrenzung und Diskriminierung lesbischer Frauen mit Schwerpunkt auf Lebenssituationen, Diskriminierungs- und Emanzipationserfahrungen in der frühen Bundesrepublik“ als Printprodukt erschienen.

Sie wurde von Christiane Leidinger im Auftrag der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung bei der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen erarbeitet und im  Dezember 2014 abgeschlossen.

Leidinger bietet darin einen Forschungsüberblick zu Cis-Lesben, gibt Hinweise zu (potentiellen) Quellen sowie Datenbanken und macht Vorschläge für mögliche Forschungsprojekte, u.a. zu kollektiver Organisierungsgeschichte, zu Subkultur, zu Lesben und „Fürsorge“, zu Psychiatrie, zu Straf-/verwaltungsrechtlichem Vorgehen, zur juristischen und medialen Konstruktion sowie Studien zu und mit folgenden sozialen Gruppen: Lesben of color, lesbische Arbeitsmigrantinnen, working class/poverty Lesben und Lesben mit Behinderungen.

Die 124 Seiten umfassende Publikation kann über die Senatsverwaltung kostenlos bestellt werden (e-mail: broschuerenstelle@senaif.berlin.de ).

Die Online-Version der Expertise (Nr. 34/2015) finden sich unter folgendem Link als pdf (3,4 MB) zum Download:
https://www.berlin.de/lb/ads/schwerpunkte/lsbti/materialien/schriftenreihe/

An die Arbeit! Die ITH-Tagung diskutierte in Berlin über Arbeit und Nichtarbeit

1. Oktober 2015 by

Von Ralf Hoffrogge (Bochum/Berlin)

Arbeit, Arbeitskämpfe, Arbeiterbewegung – seit dem 19. Jahrhundert sind dies zentrale Begriffe, die „soziale Frage“ oder „Arbeiterfrage“ wurde beantwortet durch Sozialreform wie Sozialismus und definierte damit neue Achsen politischen Denkens. Doch was ist eigentlich Arbeit? Diese Frage stellten sich Historikerinnen und Historiker auf der ITH, der „International Conference of Labour and Social History“, die vom 17-19. Dezember in Berlin stattfand.

Die seit 1964 jährlich stattfindende „Linzer Konferenz“ der „HistorikerInnen der Arbeiter- und anderer sozialer Bewegungen“ musste wegen Renovierungsarbeiten ihren Tagungsort in Österreich räumen, fand aber im Wissenschaftszentrum Berlin am Reichpietschufer einen würdigen Ersatz. Die Straße ist benannt nach Max Reichpietsch, Anführer der Matrosenrevolte von 1917 und Märtyrer der Arbeiterbewegung. Doch war Reichpietsch Arbeiter? Vom Milieu her vielleicht, von der Profession wohl kaum – ein Zwangsdienst leistender Matrose produziert keinen Mehrwert, nackter Zwang „motiviert“ ihn zu seiner Tätigkeit. Diesen Zwang, der in Form von Wehrpflicht, Arbeitslagern und anderen Repressalien die sogenannte „freie Lohnarbeit“ immer begleitete, wenn nicht hervorbrachte, untersuchte die ITH bereits im Jahr 2014. Nun schritt man voran zur Generaldebatte und fragte, was „Arbeit“ eigentlich ist. Im Zentrum stand das Bemühen, den klassischen Focus sowohl marxistischer als auch neoklassischer Theorien auf warenförmige Lohnarbeit auszuweiten, Arbeitsformen und Arbeitende einzubeziehen, die bisher unter den Tisch fielen. Den Rest des Beitrags lesen »

Erinnerungen und Re-Analyse. Industrielle Arbeit und soziale Kämpfe auf den Werften und in der Automobilindustrie seit den 1970er Jahren

15. Juli 2015 by

Workshop. Do., 24. September 2015, 11–18 Uhr, Göttingen.

Veranstalter: Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (Re_SozIT) & Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin, IMPRS Moral Economies of Modern Societies

English version here in the PDF.
Die zeitgeschichtliche wie sozialwissenschaftliche Forschung hat sich in den vergangenen Jahren dem Strukturbruch in der Arbeitswelt zugewendet. Die Herausbildung neuer Arbeitsformen und -inhalte, der Bedeutungsverlust des sogenannten Normalarbeitsverhältnisses sowie die Entgrenzung und Informalisierung von Arbeitsverhältnissen lassen dies dringlich erscheinen. Wichtig für die Debatte um die Herausbildung neuer Konturen der Arbeitswelt ist dabei nicht zuletzt die Analyse betrieblicher sozialer Konflikte um Löhne und Arbeitsstandards sowie um Rationalisierungs- und Auslagerungsprozesse. In unserem Workshop werden wir insgesamt sechs Forschungsprojekte vorstellen, die Perspektiven auf Entwicklungen in der Schiffsbau- und Automobilindustrie zwischen Ende der 1960er Jahre und Anfang der 2000er Jahre werfen, wobei unterschiedliche Dimensionen sozialer Konflikte und ihrer Kontexte (gesundheitliche Belastungen am Arbeitsplatz, gewerkschaftliche Organisierung, Einführung von Gruppenarbeit, Leiharbeit und Migrationsverhältnisse) diskutiert werden. In der Diskussion werden dabei auch methodische und materiale Zugänge thematisiert: Die Forschungen beruhen neben den üblichen historischen Quellenanalysen auf empirischen Oral-History-Studien sowie der sekundäranalytischen Bearbeitung sozial-wissenschaftlicher Primärdaten, und sie beziehen insofern unterschiedliche disziplinäre wie theoretische Grundlagen ein. Den Rest des Beitrags lesen »

Im Zweifel für den Zweifel [Rezension]

11. Juli 2015 by

643Peter Nowak bespricht auf dem Rezensionsportal „kritisch-lesen“

AutorInnenkollektiv Loukanikos (Hg.): History is unwritten. Linke Geschichtspolitik und kritische Wissenschaft

Er schreibt, die „25 dort veröffentlichten Aufsätze geben einen guten Überblick über den Stand der linken Geschichtsdebatte in Deutschland.“ Nowak weiter: So werden „im Buch „History is unwritten“ tatsächlich für eine emanzipative Theorie und Praxis wichtige Fragen gestellt. Es bleibt zu hoffen, dass die Debatte auch mit den politischen Aktivist_innen fortgesetzt wird, die trotz guter Vorsätze auf der Konferenz nur sehr begrenzt möglich war.“

Die komplette Buchkritik hier entlang.

Noch eine Anmerkung zur Rezension. Die geplante Teststrecke von Daimler-Benz war für Boxberg in Nordbaden vorgesehen, welches wiederum nicht in Bayern liegt (wie Nowak schreibt), sondern in Baden-Württemberg. Die Protestbewegung nannte sich nach dem Bundschuh (nicht Buntschuh). Siehe auch: http://www.traumaland.de/downloads/talteststrecke.pdf oder http://www.traumaland.de/html/teststrecke.html.

[Konferenz] Westeuropäische Kommunisten als Kritiker des Sowjetkommunismus – Potsdam 06/15

28. Mai 2015 by

Im Zentrum der Konferenz stehen Personen aus West- und Nordeuropa, die, aus der kommunistischen Bewegung kommend, nach 1945 zu Kritikern des sowjetischen Modells und der daran orientierten Staatenwelt wurden.
Vorrangig über personengeschichtliche Zugänge sollen Brüche im Denken und Handeln von Akteuren untersucht werden, die sich der kommunistischen Weltanschauung und Politik verpflichtet hatten. Zwar erodierten deren Grundlagen zunehmend, besaßen aber gleichwohl eine erst langsam nachlassende Bindekraft. Jenseits von Kampfbegriffen wie dem des Renegaten wird der Blick auf teils prominente, teils weniger bekannte Persönlichkeiten geworfen, die nach ihrem Bruch mit dem Sowjetkommunismus ihren Platz in einer vielgestaltigen demokratischen Linken fanden.

Eine vorherige Anmeldung zur Konferenz ist nicht erforderlich. Konferenzgebühren werden nicht erhoben.

Veranstalter: Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF Potsdam); Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg (FZH)
Termin/Ort: 18.06.2015-19.06.2015, Potsdam, Großer Seminarraum des ZZF Potsdam, Am Neuen Markt 9d, 14467 Potsdam
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[cfp] Before ’68: The Left, activism & social movements in the long 1960s

20. Mai 2015 by

The events of 1968, particularly those in France, have achieved a mythical status in both the memory and the historiography of the 1960s. For some, 1968 marked the end-point of a realignment of the European ‘New Left’. For others 1968 represented a student generation in revolt, and many of the first accounts which sought to explain the history and meaning of ’68 were written by that generation.
More recently historians have tried to demythologise ’68, looking both at less ‘glamourous’ locales and at the deeper histories of anti-colonial struggles and worker activism prior to the events of that year. The aim of this conference is to explore the diverse histories of social activism and left politics in Britain and elsewhere, and how they prepared the ground for and fed into ‘1968’. Themes might include, but are not limited to:

• Anti-nuclear & peace movements
• Civil Rights struggles
• The Black Power movement
• Anti-colonial politics
• The activities of the Labour movement and the ‘traditional’ Left
• The grassroots activism of the ‘New Left’
• Far Left challenges: Trotskyism & Maoism
• Campaigns around housing and the built environment
• Campaigns around race and discrimination in the workplace and housing
• Solidarity movements with struggles abroad (e.g. South Africa, Vietnam)
• Campaigns for Homosexual Equality
• Second Wave Feminism

We are seeking papers of 5000 to 10000 words on any aspects of left activism and social movements in the period preceding 1968 to be presented at the conference. Selected papers will be published in a special issue of the journal Socialist History. Attendance at the conference will be free of charge, but we ask that anyone wishing to attend registers in advance. Proposals for papers and any enquiries should be submitted to Ben Jones. Email: b.jones5(ätt)uea.ac.uk

Deadline for proposals for papers: 31 October 2015

Weekend conference: Before ’68: The Left, activism & social movements in the long 1960s
Dates: 13 and 14 February 2016
Venue: School of History, University of East Anglia, Norwich, NR4 7TJ, UK

Organised and hosted by UEA School of History in conjunction with the journal Socialist History and the Institute of Working Class History, Chicago.

Heft 47 der Mitteilungen des „Förderkreises Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung“

15. Mai 2015 by

Der Historiker Andreas Diers rezensiert unter der Überschrift “Wichtig für Wissenschaft und Forschung” auf der Website des Landesverbandes Bremen der LINKEN, die neue Ausgabe der Mitteilungen des Förderkreises Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung (Inhaltsverzeichnis und das ganze Heft hier direkt als PDF):
„Wer sich im deutschsprachigen Bereich über den aktuellen Stand der Archivarbeiten und der Archivforschungen zur Geschichte der ArbeiterInnenbewegungen informieren will, der findet in den Mitteilungen des Förderkreises Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung stets eine sowohl sehr ergiebige als auch zuverlässige Informationsquelle. Dass sich die Mitteilungen in den vergangenen Jahren so positiv entwickelt haben und zwischenzeitlich zu einem über alle partei-politischen Grenzen der – im weiteren Sinne – gesellschaftlichen Linken hinweg anerkannten Organ geworden sind, ist den zahlreichen Mitwirkenden und den jeweiligen verantwortlichen RedakteurInnen – und nicht zuletzt vor allem auch den gegenwärtigen – zu verdanken. Nur durch ihre mühevolle ehrenamtliche Arbeit sind die Mitteilungen zu dem geworden, was sie heute sind. Natürlich gibt es trotz dieser positiven Entwicklungen immer wieder mehr oder weniger großen Innovations- und/oder Verbesserungsbedarf. Dieser Innovations- und/oder Verbesserungsbedarf wird dabei von den Verantwortlichen durchaus zeitnah erkannt. Davon zeugt auch das aktuelle Heft. Den Rest des Beitrags lesen »