„Konformistische Rebellion“ – neues Heft von „Freie Assoziation“ erschienen

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PSY FA-2-15 150411 COV.inddSoeben ist die zweite Ausgabe der Zeitschrift Freie Assoziation unter der neuen HerausgeberInnenschaft der Gesellschaft für psychoanalytische Sozialpsychologie (GfpS) erschienen.

Das Heft 2/2015 beschäftigt sich unter dem Titel Konformistische Rebellion mit allerlei reaktionären Bewegungen, von den Montagsmahnwachen über Pegida und FPÖ bis zum Islamischen Staat (Inhaltsverzeichnis und Leseprobe als PDF-Datei).

Zu den Hauptbeiträgen des Heftes: Der österreichische Rechtsextremismusexperte Heribert Schiedel untersucht in seinem Beitrag ›Abendland in Christenhand!‹ Autoritäre und rassistische Mobilisierungen in der Post-Demokratie am Beispiel von PEGIDA und der FPÖ, wie sich soziale Ängste in rassistischen Hass verwandeln, die Legitimitätskrise der repräsentativen Demokratie in der Forderung nach einer „identitären Demokratie“ mündet und welche unterschiedlichen Rollen dabei dem antimuslimischen Rassismus und dem Antisemitismus zukommen.
Der psychoanalytische Sozialpsychologe Tom Uhlig analysiert in seinem Text Wahnmachen. Eine Adoleszenzkrise des völkischen Protests das verschwörungstheoretische Denken, wie es sich auf den „Montagsmahnwachen für den Frieden“ manifestierte. In der wahnhaften Konstruktion einer „sinistren Fremdgruppe“, der alles Böse zugeschrieben wird, zeige sich eine regressive Kapitalismuskritik, der es darum gehe, das (völkische) Kollektive projektiv zu reinigen.

Diese beiden Artikel werden kommentiert und ergänzt durch zahlreiche Kommentare von Wissenschaftskolleg_innen, Studierenden und politischen Aktivist_innen, namentlich: Eva Berendsen, Philipp Berg, Floris Biskamp, Ivo Bozic, Micha Brumlik, Anika Döhring, Flemming Ipsen, Svenja Kalibabky, Daniel Keil, Insa Kleimann, Michael Kopel, Philipp Nicolay, Anna Neubauer, Sebastian Schäfer, Marc Schwietring, Jérôme Seeburger, Shadan Tavakoli und Sonja Witte.
Sie berichten über weitere autoritäre Bewegungen und Szenen, erörtern die Auswirkungen des aufflammenden Rassismus für die von ihm Angegriffenen, beleuchten den Sexismus der konformistischen Rebell_innen, diskutieren über das Verhältnis von Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus, analysieren die Rolle von »Web 2.0« für die Bewegungen, reflektieren über die Problematik von Polemiken und geben mit ihren Kommentaren hoffentlich Anlass zum angeregten Weiterdenken und -diskutieren.

Daneben gibt es mit Jugend, Generationenspannung und Männlichkeit in der Propaganda des „Islamischen Staates“ von Chris Schwarz eine Auseinandersetzung mit der Attraktivität des IS für hiesige Jugendliche, eine Glosse mit dem Titel Unfreie Assoziationen. Über Oberflächen von Simon E. Arnold & Tom D. Uhlig, eine Rezension und einen kurzen Bericht der 1. Mitgliederversammlung der Gesellschaft für psychoanalytische Sozialpsychologie.

Auch das zwischenzeitlich vergriffene Heft 1/2015 zum Thema Festung Europa ist mittlerweile wieder lieferbar.

Zur Zeitschrift:
Die 1997 gegründete Zeitschrift Freie Assoziation erscheint seit dem Jahr 2015 mit dem neuen Untertitel Zeitschrift für psychoanalytische Sozialpsychologie als Zeitschrift der Gesellschaft für psychoanalytische Sozialpsychologie. Die halbjährlich erscheinende ’neue‘ Freie Assoziation pflegt ein dezidiertes Debattenformat, ist interdisziplinär interessiert und analysiert aktuelle Konfliktlagen. Im Zentrum jedes Heftes stehen zwei längere Artikel, die aus möglichst unterschiedlichen Perspektiven kommentiert, hinterfragt und miteinander sowie mit anderen Themen, Fragen und Praxisfeldern ins Gespräch gebracht werden. Einer dieser Artikel wird das Schwerpunktthema, das sich mit aktuellen und gesellschaftlich brennenden Zeitfragen beschäftigen soll, aus einer psychoanalytisch-sozialpsychologischen Perspektive betrachten, der andere greift das Thema aus einer anderen disziplinären Perspektive auf. Neben diesen Debatten zum Thema wird es in der Freien Assoziation außerdem Platz geben für kürzere Rubriken, die als politische Kommentare oder ›Analysen des Alltags‹ zu aktuellen Themen Stellung nehmen, aber natürlich auch für Rezensionen, Tagungsberichte und für Mitteilungen der Gesellschaft für psychoanalytische Sozialpsychologie.
Das neue HerausgeberInnenteam besteht aus Markus Brunner (Wien), Rolf Haubl (Frankfurt a.M.), Christine Kirchhoff (Berlin), Julia König (Frankfurt a.M.), Jan Lohl (Frankfurt a.M.), Tom Uhlig (Frankfurt a.M.) und Sebastian Winter (Bielefeld).

Quelle: Pressemitteilung der Redaktion, leicht überarbeitet.

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