Vier Dimensionen der Gerechtigkeit für eine kritische Geschichte

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Es gibt in letzter Zeit verschiedene Versuche, die die großen Einzelthemen der politischen Linken in einem Programm zu bündeln. Ein sehr interessanter Ansatz ist Frigga Haugs Vier-in-einem-Perspektive, einer Utopie zur gerechten Verteilung von Erwerbsarbeit, Familienarbeit, Gemeinwesensarbeit und Entwicklungschancen.

Ich möchte für uns hier einen anderen Gedanken einbringen. Bei den Überlegungen zu einem – nicht geschriebenen – Artikel über Global- und Weltgeschichte fiel mir auf, dass von der Aufklärung bis zum Ende des 20. Jahrhunderts von sozialen Bewegungen vier große Themen artikuliert wurden. Im 18. und 19. Jahrhundert die politische Freiheit und die soziale Gleichheit. Im 20. Jahrhundert kamen die Freiheit zur kulturellen und sexuellen Selbstentfaltung, sowie um den Schutz der ökologischen Grundlagen dazu. Die Geschichtsschreibung hat diese Themen auch im Kontext der großen Bewegungen und Herausforderungen nach und nach „entdeckt“.

Alle diese Themen bedingen einander und sind Bestandteile einer umfassenden  Programmatik für die historische Entwicklung einer menschlichen Gesellschaft. Man kann diese Themen auch in einem Schema anordnen.

Gesellschaftliche Verhältnisse zur Sicherung individueller Freiheit Gesellschaftliche Verhältnisse zur Sicherung der Zugangs zu  Ressourcen
Mensch als gesellschaftliches Wesen in einer von ihm geschaffenen, „künstlichen“ Umwelt Politische Freiheit
(z.B. Meinungsfreiheit, Rechtstaatlichkeit und Demokratie)
Soziale Gleichheit
(z.B. Grundeinkommen, demokratische Kontrolle der ökonomische Reproduktion)
Mensch als Naturwesen mit seinen historisch-anthropologischen Ausprägungen in der physischen Umwelt Freiheit der kulturellen und sexuellen Selbstentfaltung
(z.B. Ende der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts)
Ökologische Gleichheit
(z.B. Sicherung der ökologischen Grundlagen und gesundheitlichen Lebensbedingungen, Schutz der Mitlebewelt

Vielleicht ist diese Matrix zu grob. Sie orientiert sich an den Postulaten der Freiheit und der Gleichheit. Aber sie erscheint mir brauchbar, um die einzelnen gesellschaftskritischen historiographischen Strömungen einzuordnen.

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