Sudetendeutscher Widerstand

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Die Prager Zeitung berichtet, dass eine Wanderausstellung über den Widerstand von Sudetendeutschen nun in München zu sehen ist.  In Ihrem Kommentar schreibt die Historikerin  Nina Theofel:

Es ist wichtig, dass das oft einseitige Geschichtsbild der Sudetendeutschen als fünfte Kolonne Hitlers aufgebrochen wird. Allerdings haben sich die sudetendeutschen Organisationen dieses schwarz-weiße Bild auch selbst zuzuschreiben. Ihr kollektives Gedächtnis ist vor allem vom Gedenken an das Leid der Vertreibung geprägt. Die Erinnerung bricht oft 1938 ab. Die Täterschaft Sudetendeutscher im Nationalsozialismus wurde bislang ebenso wenig aufgearbeitet wie der Widerstand. Der Skandal ist also weniger, dass das Thema in Tschechien so spät entdeckt wurde – sondern eher, dass es in Deutschland bis heute von der Widerstandsforschung und vor allem von den Sudetendeutschen selbst verschlafen wird. Von wenigen Ausnahmen abgesehen.

Dass sich die Sudentendeutsche Landsmannschaft als Organisation damit nicht mit Leidenschaft auseinandersetzt, kann nicht wirklich verwundern. Schon der Blick in die Satzung zeigt, welche Interessen dort wie gebündelt werden. Eine kritische Aufarbeitung der eigenen Geschichte ist nicht ansatzweise auf dem Radar. Es sind die „wenigen Ausnahmen“: Sie sind interessant. Ob diese in der Landsmannschaft eine „Heimat“ finden, bleibt offen. Vielleicht ist das auch nicht so wichtig, Haupsache es werden mehr.

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