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Bewegungsarchive zwischen den Stühlen

11. Oktober 2010

In einer Presseerklärung vom 8. Oktober 2010 unterstützt der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) das unabhängige Archiv der Jugendkulturen in Berlin, dessen Existenz durch Geldmangel akut bedroht ist. Der VdA betont in der Erklärung die Bedeutung der Archive der Neuen Sozialen Bewegungen insgesamt.

Die Stellungnahme des VdA ist beachtlich, weil die Arbeit der freien Archive von den amtlichen Archivarinnen und Archivare der staatlichen Archive lange Zeit nur selten anerkannt wurde. Aus dem Stuttgarter Landesarchiv gibt es allerdings seit wenigen Jahren ein aktives Zugehen auf die freien Archive. So ist zur Überlieferungsbildung über die Neuen Sozialen Bewegungen 2008 ein Tagungsband erschienen. Ziel der Tagung war es, den Dialog zwischen Forschung, staatlichen und freien Archiven anzustoßen.

Diese “offizielle” Anerkennung ist für die freien Archive wichtig, weil viele von ihnen ohne staatliche Zuschüsse nicht überleben könnten und sich öffentliche Verwaltungen bei der Geldvergabe gerne auf die Begutachtung verbeamteter Archivarinnen und Archivare stützen. Allerdings wurden viele Bewegungsarchive bewusst als nichtstaatliche Einrichtungen gegründet, mit dem Ziel die Geschichtslosigkeit kurzlebiger Bewegungen zu überwinden und aktuelle Bewegungen in ihren Kämpfen praktisch zu unterstützen.

So sitzen die Bewegungsarchive zwischen den Stühlen: den Geist der Kritik und der Kämpfe aus den Bewegungen langfristig zu erhalten, ohne sie durch ihre schleichende Integration in eine gesamtstaatliche Überlieferungsbildung der Beliebigkeit preis zu geben.

Warum Israel

9. Dezember 2009

Im Hamburger Kino B-Movie wird am Sonntag, 13. Dezember, 16:00 Uhr der Film “Warum Israel” (1972) von Claude  Lanzmann gezeigt. Bereits am 25. Oktober stand der Film auf dem Programm, die Aufführung fand an diesem Tag jedoch nicht statt. “Antiimperialisten und Antisemiten aus dem Umfeld des ‘internationalistischen Zentrums’ B5 verhinderten die Filmaufführung,” so berichtete die Jungle World – ein unfassbarer Vorfall, der von linker Geschichtsblindheit zeugt.

Buchvorstellung zur Kritik des historischen Antifaschismus

14. September 2009

Unter dem Titel “Die Niederlage in der Niederlage, Texte zu Arbeiterbewegung, Klassenkampf, Faschismus” hat Felix Klopotek Texte von Christian Riechers (1936-1993) zur Kritik am historischen Antifaschismus herausgegeben. Der Herausgeber wird am Donnerstag, den 17. September 2009, 19:30 Uhr im Versammlungsraum im Mehringhof (Gneisenaustr. 2a, Berlin-Kreuzberg) den Autor und seine Kritik exemplarisch vorstellen.

Die Lesung wird von den Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft veranstaltet.

Freilichtmuseum Ballenberg (Schweiz) – eine Kritik

6. September 2009

ballenberg_schafe

von Bernd Hüttner (Bremen)

Das Freilichtmuseum Ballenberg im Berner Oberland wurde 1978 eröffnet und ist das einzige relevante Freilichtmuseum zur ländlichen und Agrargeschichte in der Schweiz. Es ist fester Bestandteil der regionalen Tourismuswerbung und scheint – ähnlich wie das unweit gelegene Verkehrshaus der Schweiz in Luzern – fester Bestandteil des Narrativ der schweizerischen Nationalgeschichtsschreibung zu sein. Der Kanton Bern ist der größte der Schweiz und mit 13000 landwirtschaftlichen Betrieben deren wichtigster Agrarkanton. Insgesamt gibt es derzeit in der Schweiz noch 65.000 Bauernhöfe, von deren Flächen insgesamt ein Drittel als Alpwirtschaft gewertet werden. (more…)

Hamburger Archiv der Sozialen Bewegungen wird 20

31. August 2009

Das Archiv der Sozialen Bewegungen in der Hamburger Roten Flora wird 20 Jahre alt. Gefeiert wird am 6. September ab 15:00 Uhr im ersten Stock der Roten Flora (Schulterblatt 71) u.a. mit Lesung, Ausstellung und Archivführung.

telegraph 118/119 erschienen

19. August 2009
Schwerpunkt der aktuellen Doppelnummer des telgraph (“der letzten authentischen Zeitschrift der linken DDR-Opposition”) sind gescheiterte Revolutionen. Die heutige Redaktion schreibt, die Wiedervereinigung von DDR und BRD war das Ergebnis des Scheiterns der Revolution nicht das ihres Erfolgs. Folglich ist der Umbruch von 1989 einer unter vielen gescheiterten Revolten und Revolutionen, die in zahlreichen Beiträgen behandelt werden.

Neue linke Print-Zeitschrift auf dem Markt

5. August 2009

Für Ende August wird das erscheinen der ersten Ausgabe von “Luxemburg, Gesellschaftsanalyse und linke Praxis” angekündigt. Schwerpunkt von Heft 1/2009 wird die “Krise” sein. Explizit historische Themen scheinen nicht behandelt zu werden. Aber in ein paar Jahren wird uns die Zeitschrift sicher als hervorragende Quelle für die Linke in Zeiten der Weltwirtschaftskrise dienen können.

„Das Heft will Zeit-Schrift sein. Es will Diskussionen und Analysen der linken Debatten zusammenbringen und fruchtbar machen.“ (So die Redaktion im Editorial.) Will es auch gelesen werden? Luxemburg hat das Format 20 x 25 cm, heißt es auf der Website der Zeitschrift. Mein Bildschirm hat andere Maße ;-) Bei dem regulären Abopreis von 30 Euro/Jahr (vier Ausgaben) ist sie sicher bezahlbar. Warum die neue Zeitschrift nicht zeitgemäß als Open-Access-Publikation erscheint, also als frei zugängliche Online-Ausgabe, ist mir dennoch ein Rätsel. Geld verdienen wird die Redaktion mit dem Projekt ohnehin nicht. Bei gleichem redaktionellen Aufwand könnte sie viel breiter gelesen werden, wenn sie frei im Internet verfügbar gemacht wird.

Dennoch – ich bin gespannt auf das erste Heft und wünsche der Redaktion viel Erfolg.

Veranstaltungsreihe in Berlin zu DDR-Opposition

25. Juli 2009

Der zweite Teil der Reihe “Das Begehren anders zu sein und das Ende der DDR” startet am 1. September 2009. Zum Auftakt der Reihe wird Anne Seeck an diesem Tag im Kreuzbergmuseum (19:30, Adalbertstr. 95a) einen Vortrag zu “Alltag und Repression in der DDR” halten. (more…)

In eigener Sache: neues kobib-Design

13. Juli 2009

kobib-banner

Die Kooperative Bibliografie ist jetzt im gleichen Design gestaltet, wie das Wiki und dieses Blog zur Kritischen Geschichte.

Viel Spaß beim Erfassen und (Mit-)Teilen eurer Literatur!

NS-Kollaborateure in der Dritten Welt

8. Juli 2009

Titel iz3w, Nr. 312

… so heißt der Schwerpunkt der Blätter des iz3w Nr. 312, von Mai/Juni 2009. In fünf Beiträgen behandelt der Autor Karl Rössel u.a. die Auslandsorganisation der NSDAP,  Geschichtsrevisionismus in bezug auf arabische Kriegsverbrecher und indische Kollaborateure sowie Fluchthilfe der argentinischen Regierung für Nazis. “Dieser Themenschwerpunkt erinnert daher nicht nur an wenig bekannte historische Fakten, sondern fordert auch zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Geschichtsrevisionismus auf“, so die iz3w-Redaktion in ihrer Einführung zum Thema.

Bibliografische Angaben zu den Artikeln sind in der kobib erfasst.


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